Darmparasiten

Unter dem Begriff Darmparasiten fasst man verschiedene Kleinstlebewesen zusammen, die sehr unangenehme Folgen im Magen-Darm-Trakt und im Analbereich hervorrufen können. Besonders häufig sind Infektionen mit Amöben, dem Dünndarm-Parasiten Giardia lamblia und Madenwürmern. Sie können über Nahrungsmittel, aber auch beim Sex übertragen werden.
Bei Menschen mit HIV verläuft die Infektion mit Gardia lamblis meistens heftiger und mit stärkeren Beschwerden. Der Erreger dringt bei ihnen häufiger in die Bauchspeicheldrüse und Gallenblase vor. Die Folge sind Entzündungen mit heftigen krampfartigen Schmerzen im Oberbauch, starke Übelkeit und Erbrechen.

Verlauf
Amöben können heftige Bauchschmerzen, Fieber und blutig-schleimigen Durchfall verursachen. Meistens verläuft die Infektion allerdings unbemerkt. Eine Infektion mit Giardia lamblia führt ebenfalls zu Durchfall und Bauchschmerzen, außerdem zu übel riechenden Blähungen, Erbrechen, Fieber und Gewichtsabnahme. Zumeist bessert sich die Krankheit nach zwei bis drei Wochen von alleine, aber die Erreger können auch dauerhaft krank machen.
Madenwürmer verursachen heftigen Juckreiz und Entzündungen im Analbereich. Kratzt man, können Infektionen mit Bakterien hinzukommen. Bei starkem Befall kann es zu einer Entzündung des Dickdarms kommen. Bei Frauen dehnt sich die Infektion in manchen Fällen auf die Schamlippen und die Scheide aus.

Übertragung
Amöben und der Erreger Giardia lamblia verbreiten sich über den menschlichen Kot. Indem man Spuren davon über den Mund aufnimmt, gelangen sie in den Körper. In südlichen Ländern geschieht dies häufig durch verschmutzte Lebensmittel oder Trinkwasser. Auch beim Sex können die Parasiten übertragen werden.
Madenwürmer leben im Dickdarm. Die Weibchen kommen aber in der Nacht hervor und legen ihre Eier zwischen den Pobacken ab. Kratzt man im Schlaf an den juckenden Stellen, gelangen die Eier unter die Fingernägel und von dort aus später wieder in den Mund, was die Infektion verschlimmert.
Die Eier können auch auf andere Menschen übertragen werden. Besonders leicht passiert das beim Sex, vor allem beim Lecken der Scheide oder des Analbereichs („Rimming“). Aber auch über Lebensmittel, Bettwäsche und Handtücher können die Eier übertragen werden. Sogar so genannte Staubinfektionen kommen vor, etwa wenn die Eier beim Aufschütteln der Bettwäsche aufgewirbelt werden.

Schutz
Händewaschen nach dem Toilettengang, Körperpflege und ein hygienisches Umfeld reduzieren das Risiko, sich mit Parasiten zu infizieren.

Diagnose
Ein Amöben- und Giardia-lamblia-Befall wird in einer möglichst frischen Kotprobe nachgewiesen. Bei Verdacht auf Madenbefall können die Eier nachgewiesen werden. Sie werden zwischen den Pobacken mit einem Klebestreifen aufgesammelt, dann wird die Probe im Labor untersucht. Manchmal finden sich auch abgestorbene Würmer oder Eier in der Unterwäsche.

Therapie
Alle drei genannten Darmparasiten können mit Medikamenten gut behandelt werden.
Achtung: Wenn die Symptome verschwinden, heißt das nicht automatisch, dass die Erreger aus dem Körper verschwunden sind. Das kann nur ein Test im Labor klären.
Bei Madenwürmern können die Medikamente nur die Würmer, nicht aber die Eier abtöten. Deswegen muss die Therapie nach etwa drei Wochen wiederholt werden.
Partner und Familienangehörige sollten sich ebenfalls untersuchen lassen, damit es nicht zu einem Pingpongeffekt kommen kann. Sexspielzeug sollte man sorgfältig reinigen. Angebrochene Töpfe und Tuben mit Gleitmittel sollte man wegwerfen, da sich auch von dort aus die Parasiten wieder neu verbreiten könnten. Bei Madenwurmbefall gelten für sechs Wochen verstärkte Hygieneregeln. Dazu gehören häufiges Waschen des Analbereichs und der Hände sowie häufiges Waschen von Unter- und Bettwäsche.