UNAIDS sieht globale HIV-Prävention in der Krise

19 Juli 2018

Hier eine Meldung von der Seite unseres Dachverbandes, der Deutschen AIDS-Hilfe e.V.:

Die Aids-Organisation der Vereinten Nationen sieht die weltweite HIV-und Aids-Prävention in Gefahr. In ihrem Bericht „Miles to go“ legt sie die neuesten Zahlen vor und fordert zusätzliche Anstrengungen der Weltgemeinschaft.

Die Zahl der HIV-Neuinfektionen ist demnach in den letzten sieben Jahren nur um 18 Prozent gesunken – von 2,2 Millionen im Jahr 2010 auf 1,8 Millionen im Jahr 2017.

Zahl der HIV-Infektionen sinkt nicht schnell genug

Das sind zwar nur etwa halb so viele Neuinfektionen wie beim Höchststand 1996 (3,4 Millionen).

Vom Ziel, bis 2020 weniger als 500 000 neue HIV-Infektionen zu erreichen, ist man aber weit entfernt.

In etwa 50 Ländern steigt die Zahl der HIV-Infektionen sogar, vor allem in Osteuropa und Zentralasien, aber auch im Mittleren Osten und in Nordafrika.

UNAIDS schlägt Alarm

UNAIDS-Chef Michel Sidibé spricht von einer Krise der HIV-Prävention.

Nach aktueller Lage werden die für 2020 gesetzten globalen Ziele  im Kampf gegen HIV/Aids klar verfehlt.

Beinahe die Hälfte aller neuen HIV-Infektionen wird demnach in besonders gefährdeten Schlüsselgruppen diagnostiziert, die keinen ausreichenden Zugang zur HIV-Prävention und -Versorgung haben.

Dazu gehören etwa Männer, die Sex mit Männern haben, Gefangene, Sexarbeiter_innen, Migrant_innen und Flüchtlinge sowie trans* Personen.

Globale Ziele für 2020 ohne zusätzliche Anstrengungen nicht zu erreichen

Auch bei der HIV-Behandlung geht es zu langsam voran.

So hatten in West- und Zentralafrika im letzten Jahr nur 26 Prozent der Kinder und 41 Prozent der Erwachsenen mit HIV Zugang zu Behandlung. In Ost- und Südafrika waren es 59 Prozent der Kinder und 66 Prozent der Erwachsenen.

„Für jede Herausforderung gibt es eine Lösung“, sagte Sidibé.

Er forderte Politik, nationale Regierungen und die Weltgemeinschaft auf, genügend Mittel in die HIV-Prävention zu investieren und die nötigen Bedingungen für die Umsetzung innovativer Ansätze zu schaffen.

Autorin / Autor
Robert Sandermann
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