HIV-Prophylaxe bald Kassenleistung

20 Juli 2018

Unser Dachverband, die Deutsche AIDS-Hilfe, teilt mit: PrEP wird zahlreiche HIV-Infektionen verhindern

Die gesetzlichen Krankenkassen sollen die Kosten für die HIV-Prophylaxe PrEP übernehmen. Gesundheitsminister Jens Spahn will für Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko einen gesetzlichen Anspruch auf die Medikamente sowie medizinische Begleitung schaffen. Das erklärte er gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.

Die Deutsche AIDS-Hilfe hat sich lange für die Kostenübernahme eingesetzt und begrüßt die Initiative des Ministers.

Bisher müssen PrEP-Nutzer_innen die Kosten selber tragen. Die Medikamente schlagen dabei mit 50 bis 70 Euro zu Buche, hinzu kommen ärztliche Beratung und die erforderlichen Begleituntersuchungen. Menschen mit geringem Einkommen sind praktisch ausgeschlossen.

Schätzungsweise 5.000 Menschen lassen sich bisher die PrEP verschreiben – laut einer Studie der Universität Essen überwiegend Besserverdienende.

„Schutz vor HIV darf nie am Geldbeutel scheitern. Es ist dringend an der Zeit, diese Lücke in der HIV-Prävention zu schließen“, betont DAH-Vorstand Winfried Holz.

Aufgrund der Kosten beziehen zurzeit nicht wenige Menschen die Medikamente kostengünstig aus dem Ausland – teils ohne ärztliche Begleitung. Auch wegen der damit verbundenen Risiken will Spahn einen regulären Weg für alle eröffnen.

Die PrEP kann die Zahl der HIV-Infektionen in Deutschland nach einer Studie der Universität Rotterdam bis 2030 um rund 9.000 verringern.

Auch Erfahrungen aus Australien, den USA und England zeigen: Wo die PrEP zugänglich ist, gehen die HIV-Infektionen zurück. Dies spart langfristig Kosten für lebenslange HIV-Behandlungen. Immer mehr Länder schaffen Zugang zur PrEP, zuletzt die Niederlande.

Bei der HIV-Prophylaxe PrEP nehmen HIV-negative Menschen mit besonders hohem HIV-Risiko vorsorglich ein HIV-Medikament mit zwei Wirkstoffen. Es schützt zuverlässig vor einer Ansteckung. Wichtig ist dabei eine fachlich versierte medizinische Begleitung, bei der unter anderem regelmäßige HIV-Tests und Untersuchungen auf Geschlechtskrankheiten durchgeführt werden.

Deutsches Ärzteblatt: HIV-Präexpositions­prophylaxe soll Kranken­kassenleistung werden

Informationen über die PrEP auf aidshilfe.de

Dies ist ein Auszug aus der aktuellen Pressemitteilung der DAH zu diesem Thema.

Autorin / Autor
Robert Sandermann
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